Die Deichbremse, ein mobiler, zusammensteckbarer Hocker, ermöglicht das bequeme Sitzen an Hängen. Wir haben den Bremer Tüftler Christian Spilker gesprochen.

Der Bremer Christian Spilker liebt den Osterdeich, aber er ist das ewige Schrägsitzen leid. Darum erfand er einen Hocker, der das Herunterrutschen verhindert – die Deichbremse. Foto: Deichbremse
Der Bremer Christian Spilker liebt den Osterdeich, aber er ist das ewige Schrägsitzen leid. Darum erfand er einen Hocker, der das Herunterrutschen verhindert – die Deichbremse. Foto: Deichbremse

Viele Bremer lieben den Osterdeich: Sobald sich die Sonne blicken lässt, sitzen sie an der Weser. Bisher musste man dabei allerdings oft einen feuchten Hintern und die Schräglage in Kauf nehmen. Der Bremer Werbetechniker Christian Spilker wollte sich damit nicht zufrieden geben und entwickelte einen speziellen Hocker, der gerades Sitzen ermöglicht. Ursprünglich war die Erfindung exklusiv für den 39-Jährigen selbst gedacht, doch die „Deichbremse“ verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

 

Überrascht vom Erfolg

 

Als ich Christian in der Bremer Kneipe „Wohnzimmer“ zum Kaffee treffe, plaudert er munter drauflos. Noch immer sei er selbst total überrascht vom Erfolg seiner Hocker-Erfindung. „Viel überraschter bin ich allerdings darüber, dass vor mir keiner auf die Idee gekommen ist“, sagt er.

 

Tatsächlich ist das Prinzip des mobilen, zusammensteckbaren Sitzgeräts simpel: Die Stuhlbeine sind vorne länger als hinten und verhindern damit das Herunterrutschen beim Sitzen auf der „Deichbremse“. Der Rahmen – wahlweise auch mit Getränkehalter – besteht aus Holz. Der Sitz aus Stoff kann in unterschiedlichen Designs bestellt werden. Dazu gibt es auf Wunsch auch einen eigens entwickelten Stoffbeutel, in dem sich der Hocker verstauen und transportieren lässt.

 

Mit Zollstock und Wasserwaage am Deich

 

Der gebürtige Westfale lebt seit 13 Jahren in Bremen und liebt es, in seiner Freizeit mit Freunden am Osterdeich zu sitzen. „Das ewige Schrägsitzen fand ich nervig. Da musste es doch eine Lösung für geben, dachte ich.“ Also zog er mit Wasserwaage und Zollstock ausgestattet los, um verschiedene Winkel des Deichs auszumessen. Christian tüftelte zwei Jahre an einem Entwurf und las ganze Bücherstapel über den angeblich perfekten Stuhl, doch die Lösung blieb zunächst aus.

 

„Letztes Jahr hatte ich plötzlich die Idee vor Augen“, erinnert er sich. Er fuhr in die Werkstatt eines Bekannten und fertigte seinen ersten Prototypen an, den er zur Breminale 2013 mitnahm. Von da an war es fast wie ein Selbstläufer: „Die Leute waren total begeistert von dem Hocker. Ich hätte schon damals die ersten verkaufen können, leider hatte ich wirklich nur den einen.“

 

Auch in Kalifornien sitzt man künftig auf der „Deichbremse“

 

Der selbstständige Werbetechniker wusste nun, dass sein Sitzkomfort auf Interesse stieß. Also ließ der 39-Jährige zur diesjährigen Breminale in Zusammenarbeit mit einer Werkstatt 70 „Deichbremsen“ produzieren – kein einziges Exemplar blieb übrig. Neben den Bremern waren auch drei Käufer aus Berlin, Köln und Kalifornien dabei.

 

Um die ersten Exemplare produzieren lassen zu können, musste sich der Wahlbremer Geld von Freunden leihen. „Dass die Geschichte plötzlich so groß werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet“, berichtet er.

 

Den Hocker hat er anfangs lediglich als Hobby betrachtet. Nach dem großen Erfolg auf der Breminale arbeitet er nun mit Hochdruck an einem Onlineshop und will die nächste Charge produzieren lassen, die er dann deutschlandweit vertreiben möchte. Für die Homepage bekommt er Hilfe von einem Programmierer, vieles erledigt er jedoch selbst. Dabei kommt ihm seine Ausbildung als Bürokaufmann bei BMW sowie die Erfahrung in diversen Werbeagenturen zugute.

 

Schutz vor Schafködeln

 

Die „Deichbremse“ kann natürlich nicht nur am Osterdeich genutzt werden, sondern an jedem Hang. So hat Christian auf der Breminale einem älteren Paar zwei Exemplare verkauft, die einen eigenen Deich am Haus haben. Aufgrund der Hinterlassenschaften ihrer weidenden Schafe konnten sie diesen bisher nicht nutzen. „Mit den Hockern können sie nun wunderbar dort sitzen. Jeder möchte den Hocker für etwas anderes einsetzen“, stellt er fest. „Ich selbst habe ihn lange Zeit als Laptoptisch im Bett benutzt.“

 

Weitere Informationen:

www.deichbremse.de

 

Die UniFiliale auf FacebookHabt ihr die Deichbremse schon getestet? Meint ihr das Teil hat Potential? Lasst es uns wissen auf Facebook.


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