Bremen ist eine der umweltfreundlichsten Städte. Welche Möglichkeiten es gibt mobil zu bleiben und was die Zukunft bringt, versucht dieser Post zu beleuchten.

Bremer sind die fahrradbegeistertsten Großstädter in Deutschland.
Bremer sind die fahrradbegeistertsten Großstädter in Deutschland.

Bremen darf sich – was das Mobilitätsverhalten betrifft – schon jetzt zu den umweltfreundlichsten Städten Deutschlands zählen. Rund 25 Prozent aller Wege legen durchschnittliche Bremerinnen und Bremer mit dem Fahrrad zurück, das ist bundesweit der erste Platz unter Städten vergleichbarer Größenordnung.

Für seine nachhaltigen Verkehrskonzepte wurde die Hansestadt bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als „Civitas City of the Year 2005“ – ein Preis, mit dem die Europäische Union die Umsetzung von Maßnahmen für den umweltfreundlichen Stadtverkehr würdigt. Im Falle von Bremen wurden besonders das erfolgreiche Carsharing sowie die Förderung von Erdgasfahrzeugen, Radverkehr und ÖPNV hervorgehoben. Auch bei der Verleihung des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2010 spielte die Integration von Carsharing-Stationen in den Stadtraum eine zentrale Rolle.

App weist den fahrradfreundlichsten Weg durch die Stadt

Mittlerweile sind zahlreiche neue Angebote und Initiativen hinzugekommen. Wer zur wachsenden Zahl der Radfahrer zählt, wird von den Marketing-Institutionen der Stadt seit Neuestem mit der Kampagne „Bike IT!“ umgarnt. Sie wirbt zum einen mit thematisch orientierten Tour-Vorschlägen um Fahrradtouristen, beispielsweise mit der Blockland-Runde „Kuh, Knipp und Kult“ oder der Bremen-Nord-Runde „Berg und Wal“.

Zum anderen wurde im Rahmen dieser Kampagne auch die Smartphone-App „Bremen BikeCityGuide“ entwickelt. Sie soll den fahrradfreundlichsten Weg durch die Stadt zu verschiedenen Einrichtungen weisen und damit auch die Bürgerinnen und Bürger zur verstärkten Radnutzung animieren. Die App steht für Android- und iOS-Systeme zur Verfügung und bietet auch eine Sprachnavigation.

Bereits seit einigen Jahren leistet übrigens die Radstation des ADFC am Hauptbahnhof hervorragende Dienste. Dort können Pendler ihr Rad nicht nur sicher unterbringen, sondern auch instandhalten und reparieren lassen. Darüber hinaus gibt es Karten und allgemeine Beratung, unter anderem zum Fahrradkauf.

Internationales Renommee für erfolgreiches Carsharing

Bremens internationaler Ruhm als Stadt des nachhaltigen Verkehrs begründet sich jedoch eher auf den erfolgreich etablierten Carsharing-Strukturen, die auch auf der Expo 2010 in Schanghai als „Urban Best Practice“-Beispiel vorgestellt wurden. Das Prinzip ist einfach: Statt ein Auto zu kaufen, teilt man sich eine ganze Flotte unterschiedlicher Fahrzeuge mit vielen anderen Menschen – so wird es für alle günstiger und flexibler. Oder wie es vor einigen Jahren im Rahmen einer Postkartenaktion formuliert wurde, die in Bremen für das Carsharing warb: „Wozu ein eigenes Auto? Sie kaufen ja auch keine Kuh, wenn Sie ein Glas Milch trinken wollen.“

Größter Anbieter ist die Firma Cambio Carsharing, die bereits in den 90er Jahren aus der privaten Initiative „StadtAuto Bremen“ sowie zwei ähnlichen Projekten in Aachen und Köln hervorging. Mittlerweile ist Cambio in 15 deutschen und 29 belgischen Städten aktiv. Die 58.000 Kunden können auf 1.600 Fahrzeuge zugreifen – auch per App.

Einen Schritt weiter geht die Firma Move About: Es betreibt Carsharing ausschließlich mit Elektrofahrzeugen. Das Unternehmen wurde 2006 in Norwegen gegründet und hat seit 2009 seine deutsche Zentrale in Bremen. Hier wurde auch die erste Carsharing-Station für Studierende eingerichtet – direkt am Studentenwohnheim Galileo Residenz auf dem Campus der Universität. Der Slogan des Unternehmens: „Zero Hassle – Zero Emissions“.

Straßenbahnnetz wird stetig ausgebaut

Nicht zuletzt zeichnet sich Bremen aber auch durch ein sehr gutes ÖPNV-Angebot aus, wobei das Straßenbahnnetz stetig ausgebaut wird. Die BSAG zählte zu den Vorreitern bei der bargeldlosen Bezahlung („BOB-Karte“) und bei der nahtlosen Verknüpfung mit dem ÖPNV im niedersächsischen Umland. Auch für den regionalen Verkehrsverbund gibt es natürlich eine App.

Das Ende der Entwicklung ist mit alledem noch lange nicht erreicht – so forschen verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen der Region bereits an der Mobilität von morgen. Wenn es nach dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geht, rollen wir bald in Eiern auf Rädern durch die Stadt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es – zumindest vom technischen Prinzip her – so ähnlich irgendwann kommen wird.

 

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