Spontan den Partner, Freunde oder die Familie besuchen – für viele Studenten nicht nur eine Zeit-, sondern auch eine Kostenfrage. Wer kein eigenes Auto hat, musste bisher auf Züge, Flixbusse oder Mitfahrgelegenheiten ausweichen. Zwei Gründer aus Bremen haben eine App entwickelt, mit der man nun besonders günstig in die Stadt seiner Wahl kommen kann – und zwar für einen Euro.

Wer ein Auto für nur einen Euro mieten und damit quer durch Deutschland fahren? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch mit genau dieser Geschäftsidee wollen zwei Gründer aus Bremen nun richtig durchstarten. Sie haben eine App entwickelt, die sowohl den Geldbeutel der Fahrer als auch der Autovermieter schonen soll. Das Konzept von Flip Car ist schnell erklärt: Über die App könnt ihr mit ein paar Klicks einen Wagen mieten, der vom Autovermieter ohnehin in eine andere Stadt überführt werden soll. Sobald ein Wagen in der App verfügbar ist, kann dieser gebucht und auf der angezeigten Route zur gewünschten Autovermietung gebracht werden. Tankfüllung und Versicherung sind übrigens schon inklusive. Das Angebot der günstigen Autovermietung ist bereits in allen größeren Städten möglich, darunter in Bremen, Hannover, Hamburg und München.

Sven Gunkel (links) und Okan Gürsel (rechts) haben mit Flip Car eine App entwickelt, über die man für besonders wenig Geld einen Mietwagen überführen kann (c) Flip Car

„Man muss nicht zusätzlich ein Auto mieten und noch mehr CO2 verursachen“

Ein gemeinsamer Freund, der für seinen Arbeitgeber ein Auto überführen sollte, brachte die Bremer Gründer Okan Gürsel und Sven Gunkel auf die Idee zu Flip Car. Viel zu zeitaufwändig und umständlich fanden die drei. Schließlich sollte der gemeinsame Freund seinerzeit den Rückweg der Überführung mit dem Zug antreten. „Ich habe mich gefragt, warum es diese Leerfahrten gibt“, sagt Jungunternehmer Okan Gürsel, der mit Sven Gunkel vor zweieinhalb Jahren das Start-up Drivo gründete. Dabei spielt auch der Umweltaspekt eine große Rolle für die Entwickler von Flip Car: „Das Auto muss sowieso von A nach B. Und so muss man nicht zusätzlich ein Auto mieten und noch mehr CO2 verursachen“, sagt Okan Gürsel. „Die Idee war dann, das Angebot für jeden verfügbar zu machen.“

Zuverlässigkeit wird belohnt

Hauptzielgruppe der günstigen Autovermietung sind vor allem junge Menschen, die eine Alternative zur Mitfahrgelegenheit suchen. Nutzer können in der App ihre bevorzugten Städte auswählen und bekommen eine Benachrichtigung, sobald ihre Wunschfahrt verfügbar ist. Als Konkurrent zur Deutschen Bahn oder zum Flixbus sehen sich die Gründer nicht, wohl aber als cleverer Mobilitätsdienstleister. „Die Nutzer freuen sich, dass sie für einen Euro von A nach B kommen“, so Gürsel. Dafür muss man allerdings mit Zuverlässigkeit punkten. Denn wer den Wagen nicht wie vereinbart bei der Autovermietung abholt, muss 50 Euro für seinen Ausfall berappen. Zuverlässige und pünktliche Fahrer können sogenannte Flipcoins sammeln und sollen belohnt werden: „Wer genug Punkte hat, bekommt bei der nächsten Fahrt ein hochwertigeres Auto“, sagt Gründer Okan Gürsel. Und das kann sich unter Umständen richtig lohnen für Fans von schnellen und schicken Autos. „Nutzer können dann auch mal einen Porsche fahren.“

Mehr als 100.000 Nutzer haben sich mittlerweile bei Flip Car registriert. Für ihr Konzept der günstigen und umweltfreundlicheren Überführung konnten die Gründer aus Bremen bereits drei Autovermieter gewinnen, darunter Buchbinder, der bis zu 12.000 Wagen im Jahr überführt sowie jüngst Europcar. Gerade saisonal bedingt wie zur Skihochsaison würden vor allem im Süden viele Autos auf einmal benötigt werden. „Rund 60 bis 70 Prozent der Fahrten können wir über unsere App abbilden“, sagt Okan Gürsel. Findet sich niemand für die angebotene Fahrt, wird diese 24 Stunden vorher an den Autovermieter zurückgegeben. „Wir sind bereits in Gesprächen mit mehreren großen Anbietern“, sagt der Gründer. Fünf weitere sollen im nächsten Quartal dazukommen. „Unser Ziel ist es, das Konzept europaweit auszuweiten im nächsten Jahr.“

Womit kommt ihr von A nach B?


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